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DIE KLEINE HASENSCHULE DER TINA OELKER

(....) Jeden Tag ein neuer Hase, jeden Tag ein bisschen anders, immer als Portrait – und zwar so, dass der Betrachter nicht umhin kommt, den Hasen in die Augen sehen zu müssen. Tina Oelker malt Hasen wie am Laufband, gnaden-los. Der Zwang zur Wiederholung ist dabei der Treibsatz, der ihr die Kraft gibt, es immer wieder aufs Neue mit den Langohren aufzunehmen. (....)
Im Gegensatz zur Serienproduktion eines Carl Andre, Donald Judd oder Andy Warhol legt Tina Oelker großen Wert auf den individuellen Gestus ihrer Malerei, in der das Persönliche nicht hinter einer industriellen Produktion verschwindet, sondern – ganz im Gegenteil– zum künstlerischen Prinzip erhoben wird.
Deshalb geht es in ihrem Atelier auch nicht zu wie in einer Fabrik, sondern eher wie in einem Handwerksbetrieb. Damit es daran keinen Zweifel gibt, hängt über ihrem Atelier in Hamburg auch ein Schild mit der Aufschrift „Hasenmanufaktur“.
(....) Allein der Gedanke daran schließt sich von vornherein aus. Die referenzlose, bis an die Grenzen des Dekorativen reichende Serienproduktion lässt sich, soweit man die ersten hundert Bilder gesehen hat, als Ausdruck einer grundehrlichen künstlerischen Strategie ausmachen, die nur einer Idee verpflichtet ist, nämlich der Schönheit
in der Malerei zu ihrem Recht zu verhelfen. Eine Herausforderung, die nicht nur ein Tabu bricht, sondern alle Möglichkeiten einschließt, gründlich missverstanden zu werden. Wie sollte das besser funktionieren, als das Wesen der Schönheit mit den Mitteln der Malerei zum Ausdruck zu bringen?

Dirk Pfaff, Katalogtext, März 2010 . Vollständiger Text / Pdf: text hasenschule

   
  harald stazol Harald Stazol

Interview/ February 8, 2009 on 4:36 pm

Harald Stazol.net
  Westfälischer Anzeiger / 2008
westf anzeiger

 

 

Einführungstext von Beate Naß / 2008

Ausschnitte :

"... die manchmal fast kämpferische Stimmung, die ausgeprägte Körperlichkeit, ,
das wühlende Suchen und Kratzen nach Antworten;
die mal heiter sinnenfrohe, manchmal beklemmend schmerzliche oder gar morbide Erotik.

.. die Ambivalenz und der Zwiespalt von männlich-weiblich, von Anziehung und Abstoßung,
von schmerzlichem Begehren und trotziger Ablehnung, bilden einen Schwerpunkt ihrer bildnerischen Auseinandersetzungen.
Die Kongruenz, die Übereinstimmung von Motiv, Pinselduktus und Bildatmosphäre.
Für mich teilen sich Stimmung, Temperament und Atemlosigkeit fast stärker über die Pinselführung mit über den oft ungestümen Farbauftrag und die Zerrissenheit von Farbflächen,,
als über das Motiv selbst.

… die drängende Ruhelosigkeit und Wucht, in denen Gefühle, Gefühlsattacken, sehr direkt,
sehr nackt, ausgebreitet werden, ...,,
Gefühle beim Betrachter zu provozieren, um nicht zu sagen zu attackieren.
Gefühle werden nicht geschont. Die der Betrachter nicht, aber, und das sei nicht vergessen, ,
schon gar nicht die der Malerin.… Die Intensität, mit der sich diese Figuren und mit der sie ihre Betrachter konfrontieren, scheint manchmal fast zu groß.

Aber manchmal muss man drängen und die Kräfte ausreizen, um Antworten zu erhalten.
Und wenn es dabei zu eruptiven Ausbrüchen wie auf dem Bild „Fruits“ kommt, bedeutet das für mich nicht nur eine malerische Herausforderung und die spannende Frage, wie Tina Oelker diese Explosionen steigern wird. Ob sie sie ordnen oder ob sie noch mehr hochgehen lassen wird.
Dieses Bild ist auch eine Frage an die Betrachter, auch an mich: Die Frage nämlich, wie eng man die eigenen Grenzen erträgt. Und wann man den Mut aufbringt, endlich die eine oder andere Grenze zu sprengen."

   

WA
   


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